Als ich Maika das erste mal geritten hatte, war ich erst 14 Jahre alt und sie war 5. Damals bin ich in einem konventionellen Reitstall geritten und habe auch so reiten gelernt und habe zu Springen begonnen.
Maika war ein super tolles Pferd, sie hatte viel vorwärts und doch gute Nerven so, dass sie mir immer ein sicheres Gefühl gegeben hat. Sie war sportlich, fleissig, intelligent, unerschrocken. Sie war für fast alles zu haben.
Wovon sie jedoch überhaupt nichts hielt war die konventionelle Dressurreiterei. Da hat sie mir sehr klar zu verstehen gegeben, dass sie so auf keinen Fall geritten werden will. Wie ich heute weiss, absolut zu recht. Beim Springen, ist sie zwar alles gesprungen, was ich angeritten habe, sie war aber auch immer sehr schnell und ich war ständig am bremsen. Ich bin mit ihr einige Jahre Turniere geritten, aber irgendwie war das gar nicht so das was mir tatsächlich gefallen hat. Manchmal hatte ich eine 0 Runde, aber kein gutes Gefühl und an anderen Tagen hatte ich ein gutes Gefühl aber ein Stange. Ich merkte, eigentlich bin ich gar nicht die, die gewinnen will, ich bin die die nach Harmonie und dem guten Gefühl sucht.
Ich dachte wenn ich mich mehr auf die Dressur fokussiere, kann ich das Springen verbessern. Zu dieser Zeit, da war ich 19/20 Jahre alt, hat sich mir eine ganz neue Welt geöffnet, ich habe alternative Dressurrichtungen gefunden und ich habe das Kappzaumlongieren kennengelernt. Ich habe begonnen mich in diese Sparten zu vertiefen und nie wieder zurück zum Springsport gefunden und vermisse es auch überhaupt nicht.
Zu dem Zeitpunkt bin ich auch auf die Osteopathie gestossen, welche Maika extrem gut getan hat. Zu dieser Zeit hatte ich immer wieder das Problem, das Maikas Becken schief wurde und sie sich auf eine Seite nicht mehr biegen konnte. Die energetische Osteopathie hat da gut geholfen aber ich musste mehr übers Reiten und die Geraderichtung lernen, damit das Becken stabil blieb.
Ich hatte Momente mit Maika die sich fantastisch anfühlten und gleichzeitig süchtig machten. Das Gefühl von einem nach oben schwingenden Rücken, diese Kraft und Leichtigkeit, das war einfach fantastisch. Zu Beginn erreichte ich diese Momente mehr durch Glück als durch einen klaren Plan und doch haben mir diese Momente ein Ziel vor Augen geführt und ich habe mich auf den Weg gemacht zu lernen wie ich mit mehr Zuverlässigkeit und Struktur zu solchen Momenten kommen. Dass das ein endlos langer Weg ist, hätte ich aber nicht erwartet. Denn auch heute noch, arbeite ich genau daran.
Ein Thema, dass mich auch viele viele Jahre nach einer Lösung suchen liess, war dass sie beim ausreiten so schnell heiss geworden ist. Sie war zwar kontrollierbar, aber ich musste sie immer zurückhalten, was mich gestört hat. Schlussendlich habe ich durch Warwick Schiller das fehlende Puzzleteil gefunden und das war das Thema Fokus, das hat für mich und mein Verständnis nochmals unglaublich viel verändert.